Heute müssen wir Abschied nehmen von diesem wunderschönen Flecken Erde. Wir sind auch heute früh wach, und etwas wehmütig essen wir unser Zmorge auch heute drinnen, und geniessen dabei die Aussicht auf den See. Dann räumen wir auf, wünschen unsern Nachbarn eine gute Reise in den ganz hohen Norden (Sie werden den Dempster Hwy machen) und bitten um Fotos von dort. Dann fahren wir los Richtung Süden. Und wieder hat es ein Schild, dass man aufpassen soll, diesmal handelt es sich um Mountain Big Horns. Na ja, wird eh nix draus. Die Landschaft ist einfach fantastisch, die Seen oder Seelein mit all ihren Blauschattierungen, die Berge, heute hat es ganz bucklige, sieht lustig aus. Nach etwa 40 km kommen wir an einer Ortschaft, also eine Reihe Häuser entlang des Highway, vorbei, die sich Jade City nennt. Sie verkaufen Felsblöcke und kleine Stücke davon, uns ist nicht klar, was es ist und wieso man das kaufen würde. Aber es hat natürlich einen Laden und der ist voll von Edel- und Halbedelsteinen, Mineralien etc., vor allem viel Jade. Scheinbar ist Jade aus Britisch Columbia bekannt und geschätzt. Es gibt geschliffene, als Bär oder Elch oder einfach als Kugel und sonstige Formen. Da wir aber keine Ahnung von Steinen haben und auch nicht wirklich interessiert daran sind, verlassen wir den Laden relativ schnell wieder und fahren weiter. Heute werden wir vom Dease River begleitet. Der Boya Lake wird von ihm gespiesen. Trotz der tollen Landschaft fallen mir immer wieder die Augen zu, ich weiss nicht, warum ich so müde bin. Wir halten an einem der Seen und ich mache mir einen starken Schnellkaffee, danach bin ich wacher. Die Kilometer flitzen vorbei, und schon bald fahren wir am Dease Lake entlang (Ursprung des gleichnamigen Flusses) und unser Tagesziel ist schon fast erreicht. Beim Sawmill Point Recreation Site halten wir an. Der Weg an den See hinunter ist bloss ein Feldweg und wir wissen nicht, ob er noch schmaler wird, aber wir kommen ohne Problem hinunter. Auch hier ein sehr schöner Ort, bewaldet, gute Einstiegsmöglichkeiten mit dem Kanu, auch Baden wäre möglich. Eine Infotafel beschreibt, was speziell ist an diesem Ort. Die First Nation People lebten hier in den Sommer- monaten zum Fischen und teilweise blieben sie hier auch im Winter, während ein Teil ihres Clans weiter in den Norden reiste um dort zu jagen. Nach dieser Pause fahren wir weiter. Die Strasse liegt einiges über dem See, aber man sieht ihn meist. Kurz vor Dease Lake (die Ort- schaft liegt etwas südlich vom Seeende) gibt es einen Campground, den wir anschauen. Ruedi möchte aber erst noch ins Dorf. Dort können wir noch unsere Vorräte auffüllen und wir schauen auch noch den lokalen RV Park an. Der bietet zwar Elektrisch etc. an, ist aber sonst ziemlich öde. Bevor wir zurück zum vorher besichtigten Platz fahren, gönnen wir uns noch eine Glace. Sie ist derart gross, dass wir sie gar nicht schnell genug essen können, ohne uns zu bekleckern. Nordamerikanische Portion halt. Ich habe allerdings schon besseres Eis gegessen, aber das weiss man ja vorher nicht. Im Waters Edge werden können wir uns den Platz aussuchen. Es gibt hier kein Elektrisch, das Wasser ist kein Trinkwasser und Plumpsklos. Der Platz ist privat, nur wenig teurer als die Provincial Parks, die auch keine ... anbieten, und er ist ganz liebevoll mit Blumenkörben geschmückt. Wir liegen etwa 20m über dem See, bis ans Ufer ist es nur 2 Minuten. Der Besitzer hier sagt auf meine Frage nach der Wassertemperatur, dass er es nicht weiss, er bevorzugt eine heisse Dusche, könnte Ruedis Bruder sein. Ich gehe mal hinunter und strecke die Füsse ins Wasser. Erfrischend.... Aber ich will mich nicht wieder ärgern, dass ich es nicht versucht habe, also Badekleid montieren, Tuch und Badeschuhe einpacken und dann Schritt für Schritt ins ach so kalte Wasser. Ich glaube, es ist noch kälter als im Boya Lake, aber ich gehe trotzdem weiter, und dann ist es nur noch schön. Ich schwimme 10 Minuten und dann raus. Die Erfrischung ist herrlich, ich fühle mich wie neugeboren. Abtrocknen, anziehen und dann gibt's einen Apéro. Wir haben heute im Laden je eine Flasche Weisswein und Rosé gekauft, und Chips. Also sind wir ausgerüstet. Dann steckt Ruedi die zweite Pizza, die wir in Watson Lake gekauft haben, in den Ofen, pimpt sie mit Tomatenscheiben auf, macht mit den restlichen noch einen Salat und so geniessen wir ein feines Nachtessen draussen. Nun noch ein Verdauungsspaziergang durch den ganzen Camping, anschliessend Kaffee und Chocolate Chips Cookies, und dann hinein, weil es kalt wird, nachdem die Sonne verschwundene ist. Abwaschen, schreiben... Ruedi schnarcht selig. Guet Nacht!
Zuletzt geändert 2025-08-27 16:26 UTC von info f532a7x0 (Unterschiede)
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