59 Bericht 005

26.08. Boya Lake nach Dease Lake

Heute müssen wir Abschied nehmen von diesem wunderschönen Flecken Erde.
Wir sind auch heute früh wach, und etwas wehmütig essen wir unser
Zmorge auch heute drinnen, und geniessen dabei die Aussicht auf den See.
Dann räumen wir auf, wünschen unsern Nachbarn eine gute Reise in den 
ganz hohen Norden (Sie werden den Dempster Hwy machen) und bitten um
Fotos von dort. Dann fahren wir los Richtung Süden. Und wieder hat es
ein Schild, dass man aufpassen soll, diesmal handelt es sich um 
Mountain Big Horns. Na ja, wird eh nix draus. Die Landschaft ist einfach
fantastisch, die Seen oder Seelein mit all ihren Blauschattierungen,
die Berge, heute hat es ganz bucklige, sieht lustig aus. Nach etwa
40 km kommen wir an einer Ortschaft, also eine Reihe Häuser entlang des
Highway, vorbei, die sich Jade City nennt. Sie verkaufen Felsblöcke
und kleine Stücke davon, uns ist nicht klar, was es ist und wieso man
das kaufen würde. Aber es hat natürlich einen Laden und der ist voll
von Edel- und Halbedelsteinen, Mineralien etc., vor allem viel Jade.
Scheinbar ist Jade aus Britisch Columbia bekannt und geschätzt. Es gibt
geschliffene, als Bär oder Elch oder einfach als Kugel und sonstige
Formen. Da wir aber keine Ahnung von Steinen haben und auch nicht
wirklich interessiert daran sind, verlassen wir den Laden relativ 
schnell wieder und fahren weiter. Heute werden wir vom Dease River
begleitet. Der Boya Lake wird von ihm gespiesen. Trotz der tollen
Landschaft fallen mir immer wieder die Augen zu, ich weiss nicht, warum
ich so müde bin. Wir halten an einem der Seen und ich mache mir einen
starken Schnellkaffee, danach bin ich wacher. Die Kilometer flitzen
vorbei, und schon bald fahren wir am Dease Lake entlang (Ursprung des
gleichnamigen Flusses) und unser Tagesziel ist schon fast erreicht.
Beim Sawmill Point Recreation Site halten wir an. Der Weg an den See
hinunter ist bloss ein Feldweg und wir wissen nicht, ob er noch
schmaler wird, aber wir kommen ohne Problem hinunter. Auch hier ein
sehr schöner Ort, bewaldet, gute Einstiegsmöglichkeiten mit dem
Kanu, auch Baden wäre möglich. Eine Infotafel beschreibt, was speziell
ist an diesem Ort. Die First Nation People lebten hier in den Sommer-
monaten zum Fischen und teilweise blieben sie hier auch im Winter,
während ein Teil ihres Clans weiter in den Norden reiste um dort zu
jagen. Nach dieser Pause fahren wir weiter. Die Strasse liegt einiges
über dem See, aber man sieht ihn meist. Kurz vor Dease Lake (die Ort-
schaft liegt etwas südlich vom Seeende) gibt es einen Campground, den
wir anschauen. Ruedi möchte aber erst noch ins Dorf. Dort können wir
noch unsere Vorräte auffüllen und wir schauen auch noch den lokalen
RV Park an. Der bietet zwar Elektrisch etc. an, ist aber sonst ziemlich
öde. Bevor wir zurück zum vorher besichtigten Platz fahren, gönnen wir
uns noch eine Glace. Sie ist derart gross, dass wir sie gar nicht 
schnell genug essen können, ohne uns zu bekleckern. Nordamerikanische
Portion halt. Ich habe allerdings schon besseres Eis gegessen, aber
das weiss man ja vorher nicht. Im Waters Edge werden können wir uns
den Platz aussuchen. Es gibt hier kein Elektrisch, das Wasser ist
kein Trinkwasser und Plumpsklos. Der Platz ist privat, nur wenig teurer 
als die Provincial Parks, die auch keine ... anbieten, und er ist
ganz liebevoll mit Blumenkörben geschmückt. Wir liegen etwa 20m über
dem See, bis ans Ufer ist es nur 2 Minuten. Der Besitzer hier sagt
auf meine Frage nach der Wassertemperatur, dass er es nicht weiss, er
bevorzugt eine heisse Dusche, könnte Ruedis Bruder sein. Ich gehe mal
hinunter und strecke die Füsse ins Wasser. Erfrischend....
Aber ich will mich nicht wieder ärgern, dass ich es nicht versucht habe,
also Badekleid montieren, Tuch und Badeschuhe einpacken und dann Schritt
für Schritt ins ach so kalte Wasser. Ich glaube, es ist noch kälter
als im Boya Lake, aber ich gehe trotzdem weiter, und dann ist es nur
noch schön. Ich schwimme 10 Minuten und dann raus. Die Erfrischung ist
herrlich, ich fühle mich wie neugeboren. Abtrocknen, anziehen und dann
gibt's einen Apéro. Wir haben heute im Laden je eine Flasche Weisswein
und Rosé gekauft, und Chips. Also sind wir ausgerüstet. Dann steckt
Ruedi die zweite Pizza, die wir in Watson Lake gekauft haben, in den
Ofen, pimpt sie mit Tomatenscheiben auf, macht mit den restlichen
noch einen Salat und so geniessen wir ein feines Nachtessen draussen.
Nun noch ein Verdauungsspaziergang durch den ganzen Camping, anschliessend
Kaffee und Chocolate Chips Cookies, und dann hinein, weil es kalt wird,
nachdem die Sonne verschwundene ist. Abwaschen, schreiben... Ruedi
schnarcht selig. Guet Nacht!


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