20.08.2025
Wir sind relativ früh wach, und können schon vor acht in angeschlossene Restaurant, wo die typisch nordamerikanischen Frühstücksvarianten angeboten werden. Wir entscheiden uns für Eggs Benedict mit Rösti, und werden nicht enttäuscht. Die Rösti ist ganz dünn und super knusprig, echt gut, auch die Eier samt Schinken, resp. Speck für mich. Der Kaffee, na ja, so ist er halt, wenn man nicht einen speziellen bestellt. Pünktlich um neun holt uns der Shuttle, der uns zu Fraserway bringt. Es sitzt noch ein Paar im Auto Fribourg, der Dialekt, lässt keinen Zweifel zu. Die beiden Angestellten im Büro sind mit je einer Gruppe mit den Formalitäten beschäftigt. Es dauert... dann werden diese eingewiesen, mit den jeweiligen Campern und das dauert noch länger. Nach einer guten Stunde sind wir dran, und, da es Mängel am Camper gibt, dauert es auch bei uns fast eine Stunde, bis wir losfahren können. Also ab zur lokalen Postfiliale, wo ich ein Päckchen mit Schoggi aufgebe für eine Bekannte mit Sohn in Kanada. Die Angestellten sind nicht nur freundlich, sie sind auch sehr 'entspannt', Devise, ja nicht hetzen. Dann in den Supermarkt nebenan, wo wir uns mit allem Nötigen eindecken. Unterwegs sind die Einkaufsmöglichkeiten nicht so dicht beisammen.Und dann einen kurzen Abstecher in die Stadt hinein. Whitehorse soll eine Kaffee-Stadt sein. Diverse Röstereien, nicht bloss Starbucks. Und der Capuccino ist wirklich gut. Weil wir noch einen Besuch auf dem Plan haben, machen wir uns nun auf die Socken Richtung Süden und treffen so gegen vier Uhr bei dem Freund von unsern Freunden ein. Er wohnt in einem sensationellen, zum grössten Teil selbstgebauten achteckigen Holzhaus. Im Hochparterre ein riesiger Raum, der mehrere Sitzecken, Fitness Abteil und eine Küche hat. Dann ein grosses Schlafzimmer mit grosser Sprudelbadewanne, Dusche und Lavabo. Und dann noch ein riesiges Büro mit Sicht auf drei Seiten und natürlich eine Toilette. Diese ganze Fläche gibt es im Untergeschoss nochmals. Dort unterteilt in diverse Räume, die eigentlich einmal eine Wohnung geben sollten, was aber bisher nicht fertig wurde. Aber erstmal sitzen wir in dieser riesigen 'Stube', mit Sicht auf alle Seiten, unter den Balken die den offenen in der Mitte zusammenlaufenden Dachstock tragen, und plaudern mit Werner. Er hat extrem viel zu erzählen, sein Leben könnte er in ein interessantes Buch einpacken. Aber auch dafür fehlt ihm die Zeit. Die Zeit, die auch jetzt für uns im Nu verfliegt und wir müssen uns verabschieden, damit wir noch vor der Dunkelheit zu unserem geplanten Campingplatz kommen. Die Gegend ist super schön, das Wetter verändert sich alle paar Kilometer. Ab und zu rasch ein Regenguss, dann wieder Wolkengbilde mit Fetzen von blauem Himmel. Links ud rechts Nadel- wald, mal dichter, mal offener. Kurz vor Carcross kommt ein Ort, den ich unbedingt sehen möchte. Es heisst, es sei dort die kleinste Wüste der Welt. Wir halten an und es ist wirklich eine Miniwüste links und rechts der Strasse. Sie ist aus sandigen Sedimenten eines Eiszeitsees und starke Winde verhindern die Ausbreitung der Vegetation. Es hat zwar allenthalben Gebüsch oder auch Bäume, aber da sind vor allem Sanddünen. Wir fahren weiter, und dann das absolute Highight des Tages. Ein Bär direkt vor uns. An unserem ersten Tag, ein Bär, nicht 300m, sondern keine 50m vor uns zottelt er gemütlich über die Strasse und wäre nicht ein Auto entgegen gekommen, hätten wir ihn wohl fotografieren können, aber so beeilte er sich dann doch etwas und strich durchs Gebüsch, wo er nur noch stellenweise zu sehen war. So toll, nachdem wir auf unseren früheren Reisen kaum einen Bären aus der Nähe zu sehen bekamen. Bald darauf kommen wir zu unserem Zeltplatz in Tagish, wo niemand da ist. Bloss ein Zettel, dass sie zum Fischen seien, und dass man sich einen Platz aus- suchen kann. Aber noch während wir werweissen, wohin wir wollen, kommen die Betreiber zurück. Wir werden freundlich willkommen geheissen. Das Restaurant sei aber schon geschlossen. Als der Besitzer unsere Enttäuschung sieht, meint er, er könnte uns aber trotzdem Fish and Chips anbieten, was wir freudig akzeptieren. Also husch, den Camper auf den zugewiesenen Platz stellen, Wasser und Strom anschliessen und schon werden wir zum Essen gerufen. Es ist herrlich. Zum draussen auf der Terrasse essen, ist es leider schon zu kühl. Aber wir geniessen die Aussicht auch von drinnen aus. Bevor wir zum Auto zurück gehen, werden wir noch von der Frau des Kochs, einer Freundin der Familie und einer Enkelin ins Gespräch verwickelt. Woher und wohin, und dann sind auch die Sprachen ein Thema und sie müssen uns ihre Sprachkenntnisse beweisen, es ist super lustig. Wir verabschieden uns mit einem gute Nacht in allen uns bekannten Sprachen und als ich zum Schluss noch 'lahko noc' sage, wollen sie das xmal hören und sagen mir dann so zufrieden gute Nacht. Ein toller und sehr interessanter Tag ist damit zu Ende.21.08.2025
Die Nacht war so kalt, dass ich gefroren habe. Zu Glück hat es noch eine zweite Fleecedecke im Schrank. Ich stehe um 8 Uhr auf, weil ich nicht mehr schlafen kann. Ruedi schläft noch tief und ich wecke ihn erst gegen 9 Uhr. Wir frühstücken und sind erfreut, dass das in Whitehorse gekaufte Brot richtig gut ist. Auch der Filterkaffee, den wir sonst verschmähen, schmeckt uns. Nachdem alles verstaut ist, fahren wir los. Leider können wir uns nicht verabschieden von unsern Gastgebern, sie sind scheinbar schon unterwegs oder schlafen noch. Nun fahren wir erstmal retour. Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass Carcross sehenswert sei, war dies doch früher eine wichtige Station am Weg von Skagway nach Whitehorse. Heute ist es einfach ein Touristendorf. Etwas ausserhalb der Ortschaft ist das First Nation Education Center. Wir halten dort und bewundern die vor dem Eingang stehenden Totempfähle. Drinnen gibt es nebst Büroräumen ein Foyer, wo T- und Sweatshirts, sowie mit den typischen indigenen Tribal- Logos bedruckte Taschen. Zudem sind geschnitzte Hüte ausgestellt, die nur zu Festen getragen werden. Es hat noch das eine oder andere Objekt, aber eine Ausstellung, wie wir das im Internet gesehen hatten, gibt es aktuell nicht. Aber es gibt es hier einen riesigen Festsaal, an dessen Wänden alle Stammeszeichen der verschiedenen Clans hängen. Es sind Stoffbilder. Ich konnte auf die Distanz nicht erkennen, ob bestickt oder bedruckt. Die Dame am Empfang sagt uns, dass es im Dorf noch mehr zu sehen gäbe und wir dort ev. dem Künstler, der die Totems schnitzt, bei der Arbeit zuschauen könnten. Im Zentrum steht der alte Bahnhof der früheren Bahn- linie von Skagway nach Whitehorse. Dort fahren jetzt Touristenzüge mit alten Wagen, aber von Dieselloks gezogen, nach Skagway und zurück. Kein Thema für uns, wir hätten eh keine Dokumente für einen Grenz- übertritt und Skagway liegt in Alaska. Dann gibt es noch den früheren General Store, wo heute Souvenirs verkauft werden. Auch ein Hotel aus den Goldrush-Zeiten steht dort. Wobei es eine Replika ist, denn das Original ist abgebrannt. Sonst hat es noch viele kleine Souvenir- Buden und zwei Cafés. Da es inzwischen Mittag ist, setzen wir uns in eines, trinken Kaffee und geniessen eine feine Wildberries-Pie. Anschliessend machen wir uns wieder auf den Weg. Nochmals die gleiche Strecke wie gestern, aber dieses Mal fahren wir am gestrigen Schlaf- platz vorbei und halten erst in Teslin. Leider ist der Bär heute nicht unterwegs, vielleicht sind wir zu früh, ist ja erst etwa 4 Uhr. Die Strecke führt durch hügeliges Land, teil- weise geht es richtig steil hinab oder hinauf. Wir fahren mit 100kmh, wie erlaubt, und im Gegensatz zu dem, was wir sonst in Kanada erlebt haben, halten sich die meisten Leute nicht daran. Wir werden gnadenlos überholt, und zwar von diesen Riesenlastzügen. Wenn sie so von hinten daher donnern und nicht direkt überholen können, meint man zu spüren, sie einen vor sich her stossen. Ganz schön beeindruckend. So gegen halb sechs fahren wir im Yukon Motel und RV-Park vor, bekommen einen Stellplatz, und nachdem Ruedi das Wasser und den Strom angeschlossen hat, gehen wir ins Restaurant. Wir sind irgendwie müde und haben keinen Bock zu kochen. Leide hat es keine Fish and Chips, drum bestellt Ruedi Chicken Fingers und Pommes, ich einen Salat mit Pouletstreifen. Beides ist gut gemacht und mein Salat reicht auch noch für Ruedi. Ruedi verkriecht sich ins Bett und ich versuche noch den Bericht für gestern zu schreiben.
Zuletzt geändert 2025-08-24 04:14 UTC von info f532a7x0 (Unterschiede)
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